UB-Blog - Weblog der Universitätsbibliothek Dortmund

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Mit guten Leistungen in den Tabellenkeller: Die Universitätsbibliothek Dortmund im BIX 2007

Montag, 02.07.2007 um 10:56 Uhr - 5,277 Aufrufe
 

Die Universitätsbibliothek Dortmund hat am diesjährigen Bibliotheksindex (BIX) erneut teilgenommen. Die Teilnahme an diesem Ranking ist freiwillig und die Universitätsbibliothek hat sich trotz des schlechten Abschneidens im vergangenen Jahr erneut dieser selbstkritischen Analyse der eigenen Position, der Lage der Bibliothek, ihrer Ausstattung mit Ressourcen und der Akzeptanz in ihrem Umfeld gestellt. Leider gelang es auch in diesem Jahr nicht, das Ergebnis für die Universitätsbibliothek zu verbessern. Im Vergleich der einschichtigen Universitätsbibliotheken bildet Dortmund bei den deutschen Bibliotheken das Schlusslicht.
Die für den BIX abgefragten Betriebsdaten aus dem Jahre 2006, die in die Berechnung der Indikatoren einfließen, zeigen nur ein unvollständiges Bild der Universitätsbibliothek Dortmund und ihrer Leistungen. Strukturelle Unterschiede zwischen den einzelnen einschichtigen Bibliotheken werden nur unzureichend abgebildet und können somit nicht bewertet werden.
So würden z.B. die aktuell verlängerten Öffnungszeiten in den Bereichsbibliotheken der Universitätsbibliothek, finanziert aus Studienbeiträgen, im BIX 2008 keinerlei Einfluss auf die abgefragte Leistung haben. Andere Indikatoren, wie z.B. die sofortige Medienverfügbarkeit, Einflussfaktoren sind hier Ausleihen auf Grund von Vormerkungen und Fernleihen, beziehen nur die Betriebsdaten der Zentralbibliothek ein und berücksichtigen nicht die örtlichen Gegebenheiten. Ca. 30% der Bibliotheksbestände befinden sich in Bereichsbibliotheken und sind damit als Präsenzbestand nahezu 100% sofort verfügbar.
Immer mehr Studierende an der Universität Dortmund müssen sich die Bibliothek und die zur Verfügung stehende Literatur teilen. Die Bibliotheksmittel sind nahezu gleich geblieben, trotz steigender Preise im Buch- und Zeitschriftenhandel.
Ausführlichere Informationen über die BIX-Daten der Universitätsbibliothek Dortmund und anderer ausgewählter Bibliotheken der Berichtsjahre 2004-2006 (BIX 2005-2007) haben wir für Sie in einer PDF-Datei zusammengestellt.
Die Universitätsbibliothek Dortmund hat noch einen langen Weg vor sich, um aus einem innovativen Bibliothekskonzept aus den siebziger Jahren ein für heutige Bedürfnisse tragfähiges, benutzerfreundliches und komfortables Bibliothekssystem zu entwickeln. Die Universitätsbibliothek setzt dabei auf elektronische Dienstleistungen und Kundenfreundlichkeit.
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4 Kommentare für “Mit guten Leistungen in den Tabellenkeller: Die Universitätsbibliothek Dortmund im BIX 2007”

  1. Klaus Döhmer schrieb:

    Schon vor einem Jahr wurde in der Fachöffentlichkeit Methodenkritik an BIX laut (z.B. in einem Aufsatz im „Bibliotheksdienst“). Moniert wurde nicht zuletzt die kaum aussagekräftige Datenbasis auf Grund der Teilnahme zu weniger Häuser an der BIX-Erhebung. Es ist anzuerkennen, dass sich die UB Dortmund trotz des zu erwartenden schlechten Ergebnisses immer wieder dieser Feuerprobe gestellt hat, und sie hat es gewiss nicht getan, um danach zur Tagesordnung überzugehen. Aber es gibt eben Qualitätsmerkmale, die zu verändern nicht in ihrer Macht stehen. Die hybride Struktur (Zentrale/Bereiche) ist schon genannt worden. Hier können nur durch räumliche Zusammenlegung verbesserte Zugänglichkeit und wirtschaftlicherer Personaleinsatz erreicht werden. Dies wäre aber eine Aufgabe der Universität, und die Bibliothek hat darauf bestanden, dass dieser Umstand in der Zielvereinbarung von 2006 festgeschrieben wird. Ebenfalls am Zug ist die Hochschule bei der Mittelzuweisung ( = prozentualer Anteil der UB-Mittel am Hochschuletat). Beim BIX-Ranking 2005 war Dortmund in diesem Punkt das, wenn ich mich recht erinnere, bundesweite(!) Schlusslicht. Groß war dann in einigen Fachbereichen die Empörung, als die Bibliothek versuchte, aus ihrer finanziellen Not eine wirtschaftliche Tugend zu machen: Stichwort „Zeitschriften“-Modell, das, soviel ich weiß, das innovativste in der deutschen Bibliothekslandschaft ist. Ich habe nicht weiterverfolgt, ob dieser Versuch eine Zukunft hatte, aber es zeigt, dass die UB zu kreativen Reaktionen bereit und fähig ist. Die Universität ihrerseits muss sich entscheiden, ob es für die angestrebte „Exzellenz“ genügt, die Bibliothek durch Google-Recherchen zu ersetzen.

  2. Harald Bader schrieb:

    Ich bin mit den Leistungen und dem Bestand der UB zufrieden. Angesichts der knappen Ressourcen ist die Erwartung insbesondere von Studenten, jedes denkbare Buch müsse sofort verfügbar sein, grotesk. Die Fernleihe aber funktioniert komfortabel und schnell. Ich halte das schlechte Abschneiden der Dortmunder UB für nicht gerechtfertigt. Ich kenne andere wissenschaftliche Bibliotheken, die besser abschnitten, mir aber schlechteren Service boten.

  3. Iwo Riha schrieb:

    Rankings sind Rankings, es gibt viele. Ich finde es super, dass die UB am Ranking teilnimmt, trotz der schlechten Ergebnisse. Besser aber ist noch, wie die UB damit umgeht: täglich werden Schritte zur Verbesserung gemacht! Daran könnte sich so manch andere Uni-Organisationeinheit etwas abschneiden.

    Dabei ist die Leistung der UB bereits heute gerade im Vergleich zu anderen Unis und FHs in der Region (barrierefreier Internetzugang, bereits jetzt brauchbare Öffnungszeiten) und vor allem die Einsatzbereitschaft des Personals immer Top! Danke!

  4. Lasse schrieb:

    Die meisten Rankings sind wenig aussagekräftig, da in vielen Rankings die grösse der jeweiligen zu bewertenden Einheit vernachlässigt wird. Selbstverständlich ist es viel einfacher ein gutes Ranking mit einer kleinen Bibliothek für 1500 Studenten zu erzielen, als für eine Bibliothe, die von 15000 Studenten genutzt wird. Je kleiner eine solche Bibliothek desto einfacher lässt sie sich organisieren und desto weniger Mittel sind hierfür notwendig. Dieses sollte man bei der Betrachtung solcher Rankings immer im Hinterkopf behalten.

    Grüsse