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Benutzerbefragung 2004/2005 - die Ergebnisse in Kurzfassung

Das Bild der Bibliothek in den Augen der Befragten

Knapp 90 % assoziieren den Begriff "Fachliteratur", über 80 % den Begriff "Bücher" mit der Bibliothek.

Die Aussagen spiegeln das Bild einer "klassischen Bibliothek" wider und untermauern die Hypothese, dass die Professorinnen und Professoren und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein eher klassisch-konservatives Bild von der Bibliothek haben.

Dem steht das gewünschte Soll- bzw. Wunschimage der Bibliothek gegenüber, in dem sie sich als die kompetente Partnerin bei der Informationsversorgung mit allen Arten von Information (nicht nur Printmedien) versteht.

Nur wenige halten die Bibliothek für veraltet und abschreckend. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass die Befragten die Bibliothek als zeitgemäß oder einladend empfinden.

Das Bild einer klassisch-konservativen Bibliothek wird gestützt durch das Ergebnis, dass nur circa 40 % die Bibliothek mit einem Dienstleistungszentrum assoziieren.

Fremdbild - Selbstbild

Die Mehrzahl der Befragten stimmt der Aussage zu, dass die Universitätsbibliothek (UB) benutzernahen Service bietet. Das entspricht dem Ziel "Benutzungsorientierung" der Bibliothek.

Allerdings ist nur knapp die Hälfte der Befragten der Meinung, dass sich das Angebot an konkreten Nutzerwünschen orientiert. Auch können knapp 40 % der Befragten nicht beurteilen, ob die Bibliothek bei anderen als bei Printmedien ein kompetenter Partner ist.

Das gewünschte Bild der Bibliothek, als moderne Informationsdienstleisterin gesehen zu werden, stimmt in diesen Punkten mit dem Fremdbild eindeutig nicht überein. Offensichtlich ist es der UB noch nicht im notwendigen Umfang gelungen, die an den Erwartungen der Nutzer ausgerichtete Strategie ausreichend umzusetzen bzw. zu vermitteln.

Das Dienstleistungsangebot wird überwiegend positiv bewertet. Allerdings gibt knapp die Hälfte der Befragten an, das Angebot und den Service als eher langsam zu empfinden.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Über 80 % der Befragten empfinden das Personal als freundlich und bescheinigen ihm Kompetenz, rund drei Viertel halten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für professionell.

Das Bild des "altmodischen Bibliothekars" wird durch das Personal der Universitätsbibliothek Dortmund somit eindeutig nicht vermittelt.

Räumliche Situation

Schlechte Ergebnisse erhält die Bibliothek bei der räumlichen Situation. Die Bibliotheken (Zentralbibliothek und Bereichsbibliotheken) werden als zu laut und ungepflegt empfunden.

Bei den Äußerungen in den Freitexten wird insbesondere das schlechte Klima (schlechte Luft durch veraltete Klimaanlage) bemängelt. Ein Wert, der in allen bisherigen Umfragen der Bibliothek deutlich wurde.

Informationsverhalten

Das Internet ist für praktisch alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die wichtigste Quelle ihrer Fachinformationen. Die Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen nehmen mit knapp 90 % ebenfalls einen sehr hohen Stellenwert ein, gefolgt von Kongressen und Konferenzen mit 79 %.

Als "sonstige Quellen" werden überwiegend Einzelnennungen bestimmter Datenbanken angegeben. Aber auch andere umliegende Bibliotheken, insbesondere die Bibliothek der Fachhochschule Dortmund, die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, die Universitätsbibliothek Bochum, werden genutzt.

Als ersten Einstieg in die Internetrecherche nutzen 84 % der Befragten Google. Die Homepage der Universitätsbibliothek Dortmund nutzen immerhin 63 %.

Mehrfach wurde angemerkt, dass die Webseiten der Universitätsbibliothek unübersichtlich gestaltet seien. Dies ist sicher unter anderem auch auf die Angebotsfülle zurückzuführen.

Fachdatenbanken und Fachportale sind wesentliche Elemente bei der Informationsbeschaffung.

Erwartungen an die Bibliothek

Präferenzen der Dortmunder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler liegen eindeutig bei der Erschließung wissenschaftlich relevanter Internetquellen, der Schulung Studierender in der Informations- und Literatursuche, dem Ausbau des Printbestandes, der digitalen Archivierung wissenschaftlicher Veröffentlichungen, dem Ersatz gedruckter Zeitschriften durch elektronische Versionen und der Einrichtung einer Suchmaschine für wissenschaftlich relevante Informationen.

Auffällig am Antwortverhalten ist, dass das vormals eher klassische Kerngeschäft der Bibliothek, der Ausbau des Printbestandes, nicht allein als wichtige zukünftige Aufgabe gesehen wird, sondern die Aufgaben der Bibliothek als Dienstleisterin für Internetangebote sowie die Schulung Studierender in der Informations- und Literatursuche gleichrangig eingestuft werden.

Dass zu den oben genannten Themenbereichen bereits zahlreiche Angebote existieren, ist vielfach nicht bekannt. So geben beispielsweise 27 % der Befragten an, die Digitale Bibliothek nicht zu kennen, mit 48 % kennt sogar knapp die Hälfte der Befragten den universitären Hochschulschriftenserver Eldorado nicht.

Konsequenzen

Bestandsentwicklung wird als eine der zentralen Aufgaben sowohl im Bereich der Printmedien als auch der elektronischen Medien angesehen. Die qualitätsgeprüfte Erwerbung von Medien muss auch zukünftig gesichert sein.

Im Bestandsaufbau stehen Printmedien und elektronische Medien bereits gleichberechtigt nebeneinander (Erweiterung des Bestandsbegriffs). Für jedes Fach werden umfassende Listen der wichtigsten einschlägigen Informationsangebote gepflegt. In einzelnen Fachgebieten, beispielsweise im Fach Behindertenpädagogik, geht die Erschließung von Internetquellen schon heute weit darüber hinaus.

Für die Schulung Studierender in der Informations- und Literatursuche existiert ein umfassendes Angebot der Bibliothek. Wünschenswert ist hier die Unterstützung durch die Fachbereiche, um die Teilnahme der Studierenden zu intensivieren.

Viele der durch die Universitätsbibliothek jenseits der "klassischen" Angebote erbrachten Dienstleistungen sind zu wenig bekannt. Auch ist vielen bei der Nutzung von Internetquellen nicht bewusst, dass die Nutzung erst durch Lizensierung der Quelle durch die Bibliothek ermöglicht wird. Diese Dienstleistungen müssen zielgerichtet kommuniziert werden. Dazu gehört auch die Verbesserung des Webauftritts der Bibliothek.

Bezüglich der räumlichen Situation (zu laut, zu ungepflegt) werden entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Situation derzeit in der Zentralbibliothek umgesetzt.

Ergebnisse der Befragung
Fragebogen Benutzerbefragung 2004/2005

Ansprechpartner: Arbeitsgruppe Benutzerbefragung
E-Mail: benfrag@ub.uni-dortmund.de

05.07.2005