Universitätsbibliothek Dortmund: 2. Inetbib-Tagung

Abstract Dr. Wilfried Enderle, UB Göttingen
"Elektronische Dokumente in der Praxis einer großen wissenschaftlichen Universalbibliothek - Das Beispiel der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB)"

Zu den klassischen, bislang von wissenschaftlichen Bibliotheken beschafften und verwalteten Medien, wie gedruckten Monographien und Zeitschriften sowie den klassischen neuen Medien, wie Mikroformen in ihren verschiedenen Ausprägungen, werden in Zukunft elektronische Dokumente hinzukommen. Anders als bei gedruckten Medien entstehen hier ganz neue Aufgabenbereiche für die Bibliotheken bzw. sind zum Teil bereits jetzt schon vorhanden, da es elektronische Dokumente in ganz verschiedenen Ausprägungen im Internet schon gibt.

Beim derzeitigen Stand der Entwicklung ist zu unterscheiden zwischen elektronischen Dokumenten, die an der jeweiligen Universität erarbeitet und in technischer Hinsicht von der Bibliothek produziert werden, wie zum Beispiel elektronischen Dissertationen oder anderen wissenschaftlichen Veröffentlichungen, und elektronischen Dokumenten, die andernorts, sei es bei anderen wissenschaftlichen Institutionen oder bei kommerziellen Verlagen verlegt werden und entweder kostenfrei über das Internet beschafft werden können oder nur gegen Lizenzierung über den Verlag zu erwerben sind.

An der SUB Göttingen werden derzeit für all diese Bereiche organisatorische und technische Lösungen entwickelt, wobei dies jeweils im Kontext der Entwicklungen des WebDOC-Konzeptes im Rahmen des GBV (Gemeinsamen Bibliotheksverbundes) und der Pica-Stiftung (Niederlande) geschieht. Von der SUB werden dabei für kurzfristige Implementierungen pragmatische Lösungen entwickelt, die zugleich in mittelfristige, zukunftsorientierte Konzepte eingebunden sind.

Konkret wird im Rahmen des Vortrages ausführlicher auf den Geschäftsgang bei elektronischen Dissertationen eingegangen (technische Produktion, interner Geschäftsgang etc.) sowie auf die Beschaffung von elektronischen Zeitschriften sowie deren Erschließung. Hierfür wurde ein Tool entwickelt, das eine automatisierte Katalogisierung von HTML-Inhaltsverzeichnissen erlaubt und eine praxisorientierte Lösung für die Zeit darstellt, solange noch keine allgemein gültigen, hinreichend präzise Standards für Metadaten vorliegen. Damit werden Teilbereiche des Themas "Elektronische Dokumente" erörtert, für die derzeit bereits praktische Lösungen und erste Erfahrungen vorliegen.


Netz-Gruppe der UB Dortmund 27.11.1996