UB-Blog - Weblog der Universitätsbibliothek Dortmund

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Ausstellung: Das RETRO Phänomen

Mittwoch, 12.02.2014 um 11:58 Uhr - 3.329 Aufrufe

Ein kooperatives Studienprojekt des Instituts für Anglistik und Amerikanistik und des Seminars für Kulturanthropologie des Textilen
Technische Universität Dortmund, Wintersemester 2013/14

Ausstellung: Das RETRO Phänomen
Die Ausstellung findet vom 20.02. – 28.03.2014 in der Universitätsbibliothek statt.

Eröffnung am 19.02.2014:

– 17.00 – 18.30 Uhr Kurzvorträge im Hörsaal E5
– 18.30 Uhr Begehung und Umtrunk im Foyer

Retro hat als Neologismus einen festen Platz in der Sprache der Konsumkultur. Der Begriff dient als bedeutungsvolles Siegel für eine schier unübersichtliche Ansammlung verschiedener Produkte. Mit dem Anklang an Vergangenes scheinen Dinge an Wert und Ansehen zu gewinnen. Vintage, Nostalgia und Old School sind Schlagworte, die scheinbar schon Dagewesenes trend- und verkaufsgerecht chiffrieren. Dinge wie On-Ear-Kopfhörer, Audio-Tapes, Vintage-Mode, Retro-Möbel sind aber nicht nur warenförmige Verschmelzungen von früher und heute, sie verkörpern auf verschiedenste Art und Weise den Umgang mit Vergangenheit in der populären Kultur. Ob als Sammlerstücke vom Flohmarkt oder als Ergebnis geschickten Designrecylings, das neue Objekte in Hüllen des Alten präsentiert: Retro stellt einen dialektischen Zusammenhang zwischen unserer Gegenwart und unsere jüngsten Vergangenheit her.

Vor allem auf der Akteursebene entstehen durch die Belebung von vermeintlich veralteter Technik, Moden und Stilen alternative Verhandlungsformen von Kultur. Lebensstile, die sich durch den Rückgriff auf Dinge und Praktiken jüngster Vergangenheit konturieren, wurden im wissenschaftlichen Diskurs tendenziell als eskapistisches oder gar als pathologisches Krisenindiz gedeutet. Neueren Diagnosen zufolge repräsentiert das Retro Phänomen gesellschaftliche Suchbewegungen nach Identität und Gewissheit. Das brüchig gewordene Dogma des modernen, auf Fortschritt ausgerichteten Zeitregimes wird in Frage gestellt. Zukunftsbesessenheit und die damit verbundene Vergangenheitsvergessenheit werden durch das Konzept der Retroisierung normalisiert und rehabilitiert.

Das Studienprojekt hat sich im laufenden Wintersemester mit dem Phänomen Retro beschäftigt. Die Studierenden der beiden Fächer haben gemeinsam disziplinäre und interdisziplinäre Ansätze diskutiert, eigene Fragen entwickelt und präsentieren zum Abschluss des Seminars eine Ausstellung selbständig erarbeiteter Forschungsminiaturen in Form von Objekten, Ton- und Bildmaterial.

Ausstellung: Das RETRO PhänomenDie Ausstellung im Foyer der Zentralbibliothek eröffnet am 19.02.14 um 17.00 Uhr im Hörsaal E5 mit einer Reihe von Kurzvorträgen.

Kontaktadressen: Viola Hofmann und Stefan Schlensag

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