UB-Blog - Weblog der Universitätsbibliothek Dortmund

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Ausstellung und Vortrag über die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

Mittwoch, 07.05.2008 um 10:00 Uhr - 5.415 Aufrufe

Am 10. Mai jährt sich zum 75. Mal ein „Stichtag der Barbarei“: 1933 fanden im nationalsozialistischen Deutschland Bücherverbrennungen statt. Die deutsche Studentenschaft konfiszierte und verbrannte öffentlich in Dortmund und weiteren 21 deutschen Universitätsstädten unter dem Motto „Aktion wider den undeutschen Geist“ tausende Bücher von jüdischen, marxistischen und pazifistischen Schriftstellern. In den Monaten danach folgten weitere Aktionen. Diese Autodafé ist durch die kultisch-rituelle Inszenierung und die systematische Durchführung einmalig in der Geschichte der Bücherverbrennung. Seit der Antike sind „Bücherhinrichtungen“ und andere Zensurmaßnahmen ein bekanntes Phänomen. Die Kontrolle von Meinungsäußerungen reicht bis in die Gegenwart und erstreckt sich über alle Medienarten. Für viele ist die Zensur eine andere, moderne Art der Bücherverbrennung. Weltweit werden Bücher, Filme, Spiele und andere Medien zensiert und indiziert.

Dieses Thema ist Gegenstand der Ausstellung mit dem Titel

„Wer zensiert, verbrennt auch Bücher? Von der Bücherverbrennung zur Medienverbannung“

Eröffnet wird die Ausstellung am 7. Mai 2008 um 14:30 Uhr im Hörsaal E5 im Foyer der Universitätsbibliothek von Wolfgang Hoffmann, der die Ereignisse vor 75 Jahren in einem Vortrag veranschaulicht. Durch filmisches Dokumentationsmaterial sowie Rezitation werden die Stimmen von Tucholsky, Kästner, Toller, Heinrich Mann, Stefan Zweig u.a. zu diesem „ewigen Schandmal nazistischer Barbarei“ (O. M. Graf) noch einmal hörbar werden. Der Eintritt ist frei. Herr Hoffmann ist Dipl. Pädagoge und Dozent in der Erwachsenenbildung in Dortmund.

Die multimediale Ausstellung besteht aus zwei Themenkreisen:

  • In einem historisch-biografischen Teil werden beispielhaft Schriftsteller vorgestellt, die sich mit den Machthabern arrangierten oder innerlich emigrierten, schließlich auch jene, die das Exil wählten, um der nationalsozialistischen Verfolgung zu entgehen.
  • Im zweiten Ausstellungsteil werden im Kontext der Geschichte der Bücherverbrennung Zensurverfahren in den Bereichen Literatur, Musik und Spiele länder- und medienübergreifend aufgezeigt (Text: Monique Gröhl, Nathalie Knepper, Marvin Korte, und Saskia Van Rooijen).

Vom 7. Mai bis 24. Juni 2008 wird im Foyer der Universitätsbibliothek Dortmund – als gemeinsames Projekt der Klasse FMO 2 im Ausbildungsgang Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste und von Auszubildenden im Buchhandel – die Ausstellung während der Öffnungszeiten der Bibliothek gezeigt.

Kontakt:
Ronald Gesecus
Karl-Schiller-Berufskolleg
Brügmannstraße 21-23
44135 Dortmund
Tel.: 0231 50 23 17 2 (Sekretariat)
E-Mail: karl-schiller-berufskolleg@stadtdo.de

Linksammlung der Universitätsbibliothek zum Thema Bücherverbrennung

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