UB-Blog - Weblog der Universitätsbibliothek Dortmund

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Vor der Krise: Ein Blick zurück auf das Jahr 2019

Montag, 22.06.2020 um 12:16 Uhr - 374 Aufrufe

Jahresrückblick 2019

Noch mitten in sehr unsicheren Zeiten fällt der Blick zurück auf das Jahr 2019 ganz anders aus als in den Vorjahren [1]. Auch wenn unsere Kräfte und unser Blick gerade voll auf die Bewältigung der Krise gerichtet sind, möchten wir Ihnen hier in aller Kürze die wichtigsten Aktivitäten der Bibliothek im letzten Jahr darstellen. Wie Sie sehen werden, haben wir noch viel vor, bevor in etwas mehr als fünf Jahren die neue Bibliothek ihre Türen öffnen wird.

Neubauplanungen, Katalogsuche plus und ein Roboter

Geht es nach Zeitplan, startet Ende 2021 der Auszug von Büchern und Mitarbeitenden aus der Zentralbibliothek, die in der dreijährigen Bauzeit in Interimsgebäuden untergebracht sein werden. Der Neubau des Bibliotheksgebäudes, der dann auch alle Bereichsbibliotheken aufnimmt, wird ab Mitte 2025 krönender Abschluss eines Projektes sein, in dem bereits seit 2013 die Verfügbarkeit der Medien auf dem Campus der TU Dortmund optimiert wird. Die Vorarbeiten dazu sind natürlich schon längst in vollem Gange. Daran ändert übrigens auch die Corona-Krise nichts.

Mit dem Bezug des Neubaus ist die Trennung von Fachbeständen auf dem Campus endgültig Vergangenheit. In den meisten Fächern hat die Bibliothek schon in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass alle relevanten Bestände an einem Ort und zu einheitlichen Konditionen verfügbar sind. Die systematische Suche [2] bietet neben der Buchaufstellung im Regal einen zweiten, deutlich komfortableren Zugang zu den Beständen an.

Damit Bücher z. B. in ganzen Stapeln ausgeliehen werden können, wird die UB Dortmund RFID-Technik einführen. 2019 wurde vier Monate lang in einer internen Testbibliothek der Roboter „Tory“ getestet, der dabei helfen kann, mit RFID-Tags ausgestattete und verstellte Bücher wiederzufinden. Der Test ergab, dass eine Inventur der Medien tatsächlich möglich ist. Noch lässt die Genauigkeit der Lokalisierung etwas zu wünschen übrig, mit neuerer Technik soll noch einmal getestet werden.

Auch wenn die derzeitige Zentralbibliothek erneuerungsbedürftig ist, ist und bleibt sie doch ein stark frequentierter und geschätzter Lernort. Dies zeigen allein die 1,8 Millionen Bibliotheksbesucherinnen und -besucher, die 2019 kamen. Bei 350 Öffnungstagen entspricht das – inklusive der Wochenendtage – ca. 5.100 täglichen Besuchen.

Die Herausforderung, in den drei Baujahren eine hohe Servicequalität aufrecht zu erhalten, erfordert umfangreiche Planungen, ganz besonders für eine angemessene Literaturversorgung und für ein möglichst großes Angebot an Lernplätzen. Mit dem neuen Gebäude wird die TU Dortmund keine Zentral- oder Bereichsbibliotheken mehr kennen. Es wird darüber hinaus zentrales Servicegebäude für die Technische Universität sein.

Literaturversorgung

2019 konnte die Bibliothek 3,65 Millionen Euro für die Literaturversorgung der TU Dortmund verwenden, knapp 85 % davon wurden für Lizenzen elektronischer Medien ausgegeben. Mit 1,2 Millionen Euro war der Anteil für E-Journals stabil. Wie im Vorjahr wurde allerdings auf die Lizenzierung von Zeitschriften des Verlags Elsevier verzichtet, da der Hochschulrektorenkonferenz, die für alle Wissenschaftseinrichtungen Deutschlands verhandelt, noch kein annehmbarer Vertragsentwurf des Verlags vorgelegt wurde. Erfolgreich abgeschlossen wurden bundesweite Verträge mit den Verlagen Wiley und Springer Nature, beiden ist die TU Dortmund beigetreten.

Bei Zeitschriften ist der Umstieg auf das elektronische Format schon seit vielen Jahren weit fortgeschritten. Deutlich wird dies auch daran, dass für die gedruckten Zeitschriften nur noch 98.000 Euro anfallen. Bei den Büchern gab es letztes Jahr, also noch vor der Corona-Krise, eine erheblich verstärkte Tendenz zur elektronischen Form. Während in den Vorjahren nur etwas mehr Geld für E-Books als für gedruckte Bücher ausgegeben wurde, ging die Schere 2019 deutlich weiter auseinander: Auf E-Books entfielen ca. 1,8 Millionen Euro, auf gedruckte Bücher etwa 450.000 Euro. Bester Beweis für die Notwendigkeit des Medienwandels ist die Nutzung – E-Books wurden mehr als 8,2 Millionen Mal aufgerufen, gedruckte Bücher insgesamt 570.000 Mal entliehen.

Dorfplatz der Vielfalt

Anfang Dezember war das Foyer eine Woche lang ein echter Dorfplatz zum Verweilen, Spaß haben und Spielen. Die UB hatte beim Ideenwettbewerb „Diversität gemeinsam gestalten“ des Referats Internationales einen Preis gewonnen und setzte mit dem Dorfplatz ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Isolierung, Entfremdung und Anonymität an der Universität.

Plötzlich standen die Studierenden vor einem Jakolo, einem Fußballkicker oder einem Rollstuhl-Parcours zum Ausprobieren, sie stolperten über eine Fotoecke oder eine Nachhaltigkeitsbörse zum Tauschen von Dingen und Fähigkeiten. Das Herzstück war der „Stundenplan“ für ein facettenreiches Programm, das jede Stunde eine Aktion rund um das Thema Diversität startete. Mitgemacht hat die ganze Universität. Menschen sind so mit für sie neuen Themen in Berührung gekommen, z. B. bei Diskussionen zur Intersexualität oder beim Versuch, „blind“ Tischball zu spielen [3].

Notfallverbund für Bibliotheken und Archive der Stadt Dortmund

Im Januar 2019 wurde der Notfallverbund Dortmund offiziell als 40. Notfallverbund in Deutschland gegründet. Notfallverbünde sehen sich z. B. im Brandfall oder bei Hochwasser in der Pflicht, wertvolle und einzigartige Bestände zu bewahren [4]. Die Dortmunder Neugründung stieß auf ein großes Medieninteresse.

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