UB-Blog - Weblog der Universitätsbibliothek Dortmund

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UNICEF-Ausstellung – Kinder haben Rechte

Montag, 12.01.2009 um 09:00 Uhr - 4.054 Aufrufe

Kinder haben Rechte

Die Ausstellung der UNICEF-Hochschulgruppe vom 12. Januar bis zum 27. Februar 2009 im Foyer der Universitätsbibliothek Dortmund stellt nach einer Einführung zur UN-Kinderrechtskonvention, die wichtigsten Kinderrechte vor und führt Beispiele aus der Projektarbeit an, wie UNICEF hilft, die Kinderrechte zu verwirklichen. Außerdem wird gezeigt, wie sich Kinder und Jugendliche in Deutschland für ihre Rechte engagieren können.

Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, die UN-Kinderrechtskonvention. Kinder haben damit verbriefte Rechte – darunter das Recht auf Überleben, auf Bildung, auf Schutz vor Missbrauch und Gewalt, aber auch das Recht, an Entscheidungen beteiligt zu werden.

Die Kinderrechtskonvention hat den Grundstein für eine kinderfreundlichere Welt gelegt. Sie drückt die weltweit gültigen Grundwerte im Umgang mit Kindern aus und fordert eine neue Sicht auf Kinder als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Rechten. Keine andere internationale Konvention hat so große Unterstützung erhalten – alle Staaten mit Ausnahme der USA und Somalias haben die Konvention ratifiziert. Die Kinderrechte sind kein Versprechen, sondern eine völkerrechtlich bindende Verpflichtung für die Staaten, das Wohlergehen der Kinder zur Kernaufgabe zu machen.

Ansprechpartner: UNICEF-Hochschulgruppe, Isabell Donner

Im Jahr 2007 wurde die Konvention „volljährig“ – und mit ihr die erste Generation Kinder, die mit den dort festgelegten Rechten aufgewachsen sind. In diesen 18 Jahren ist die Konvention zum Rahmen für alle Anstrengungen geworden, die Lebenssituation der Kinder zu verbessern. Sie hat das Bewusstsein für Verstöße gegen die Grundrechte der Kinder geschärft – etwa die ausbeuterische Arbeit oder den Missbrauch als Prostituierte und Kindersoldaten. Gleichzeitig ist Bewegung in die Kinderpolitik gekommen – vom Recht auf gewaltfreie Erziehung bis zu grenzüberschreitenden Abkommen gegen Kinderhandel. Doch täglich werden weiter die Rechte von Millionen Jungen und Mädchen verletzt. Mehr als 200 Millionen der seit 1989 geborenen Kinder hatten keine Chance, in den Genuss ihrer Rechte zu kommen: Sie starben in ihren ersten Lebensjahren an leicht zu behandelnden oder vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall oder Masern. Die Herausforderungen zur Verwirklichung der Kinderrechte für jedes Kind bleiben groß. Trotzdem hat die Konvention die Kinderrechte weltweit gestärkt.

Die Konvention über die Rechte des Kindes begnügt sich nicht damit, zum Schutz von Kindern an ethische Prinzipien oder Gefühle der Mitmenschlichkeit zu appellieren. Sie definiert vielmehr Grundrechte, die völkerrechtlich verbindlich sind. Die Staaten, die das Dokument unterzeichnet und ratifiziert haben, stehen also in der Pflicht, diese Rechte zu verwirklichen – das gilt ebenso für die Gesellschaft in diesen Staaten und jeden einzelnen Bürger.

Den 54 Artikeln der Konvention und den beiden inzwischen in Kraft getretenen Zusatzprotokollen liegt ein neuartiges Verständnis von Kindheit zu Grunde. Kinder werden nicht länger als unmündige Wesen, als „Minder“-jährige betrachtet, die der Verfügungsgewalt von Erwachsenen unterstehen. Vielmehr haben sie ein Recht darauf, ernst genommen und respektiert zu werden. Wie jeder erwachsene Mensch, so hat auch jedes Kind individuelle Rechte. Erziehungsberechtigte und staatliche Stellen haben ihre Interessen stellvertretend zu wahren und zu schützen. Junge Menschen sind aus der Sicht der Konvention Subjekte, autonome Persönlichkeiten, die entsprechend ihrer Reife ein eigenes Recht auf Wahrnehmung ihrer Interessen haben. Bei der Abwägung, was dem Wohl des Kindes dient, soll ihre eigene Einschätzung zählen. Erstmals in einem völkerrechtlichen Vertrag sind politische Bürgerrechte, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Rechte für Kinder zusammengeführt worden.

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